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Neue Außenstellenleiterin in Coburg

Nach langer Vakanz hat der WEISSE RING in seiner Außenstelle Coburg wieder eine Leiterin. Wegen Corona wurde der Amtsantritt von Christine Busl im April erst jetzt mit einer Feierstunde im Spiegelsaal des Landestheaters begangen.
Landesvorsitzender, Josef Wittmann, konnte Vertreter aus Politik, Polizei, Justiz, Behörden und Verbänden begrüßen, mit denen der WEISSE RING immer wieder Kontakt hat. Josef Wittmann gab einen kurzen Rückblick auf die Gründung des WEISSEN RINGS, fast auf den Tag genau vor 45 Jahren und auf die Hilfsmöglichkeiten des Vereins.

Thomas Nowak 3. Bürgermeister der Stadt Coburg (Referent für Soziales, Bildung und Kultur) begrüßte, die Teilnehmer, hier insbesondere die Auswärtigen. Er dankte Frau Busl, dass sie sich bereit erklärt habe, das verantwortungsvolle Amt einer Außenstellenleiterin beim WEISSEN RING zu übernehmen. Er dankte auch den anwesenden Ehrenamtlichen des WEISSEN RINGS für ihr Engagement.

Teilnehmer der Feierstunde im Spiegelsaal des Landestheaters

 


Ralf Neumüller, Polizeidirektor, Leiter Polizeiinspektion Coburg, sprach in seinem Grußwort die Gedanken aus, die ihn mit dem WEISSEN RING verbinden. Z.B. für das Symbol „WEISSER RING“. Die Farbe weiß steht für Neutralität und der Ring für umfassend, schützend um das Opfer.
Neumüller sagte, dass die Polizei froh sei, eine Weiterleitungsmöglichkeit für Kriminalitätsopfer zu haben. Er dankte ebenfalls allen, die sich beim WEISSEN RING für Opfer engagieren.

Norbert Tessmer Oberbürgermeister a.D. hielt die Festrede. Er dankte Frau Busl für die Übernahme des Amtes und stellte die Herausforderungen dar, auf die eine Außenstellenleitung reagieren muss. Hierbei bezog sich Tessmer auf seine Erfahrungen, die er als ehem. Außenstellenleiter in Coburg sammeln konnte. Norbert Tessmer gewährte einen Einblick in die Welt der Täter und der Opfer und der Hilfsorganisation WEISSER RING den er aus seinen Tätigkeiten als Polizeibeamter, Sozialreferent und Mitarbeiter beim WEISSEN RING gewonnen hatte.

An einem sehr ergreifenden Beispiel beschrieb Tessmer zutreffend die Situation eines Sexualopfers. Gerade diese Opfer leiden unter kaum vorstellbaren psychischen Belastungen, geschehen doch die Vielzahl der Übergriffe in heimischer Umgebung. begangen von Erziehungspersonen, von Geschwistern, von Verwandten oder "guten" Bekannten. Norbert Tessmer ging in seiner Rede auf die Themen Gewalt, seelischer Schaden, Forderungen im Opferschutz und Hilfe durch den WEISSEN RING ein.
Zum Schluss dankte er insbesondere Frau Busl und ihrem Team, für die Bereitschaft sich diesen Aufgaben/Herausforderungen zu stellen bzw. an die Opfer zu denken und zu handeln.


Landesvorsitzender Josef Wittmann dankte seinem Stellvertreter Helmut Will und Leiter der Außenstelle Haßberge. Helmut Will hat über 2 Jahre die kommissarische Leitung in Coburg übernommen und somit neben seinen ursprünglichen Aufgaben auch Opfer im Bereich Coburg betreut. Josef Wittmann übergab als Anerkennung ein kleines Präsent und sagte: “Schon seit Jahren bist du immer wieder, auch anderen vakanten Außenstellen, eine große Stütze gewesen. Sowohl in der täglichen Arbeit als auch beim Akquirieren neuer Mitarbeiter, bist du für den Verein immer wieder maßgebend in Erscheinung getreten.“

 


Nunmehr erfolgte die Ernennung von Frau Christine Busel durch den Landesvorsitzenden. Er überreichte ihr den Ausweis des WEISSEN RINGS mit den Worten: „Eine Außenstellenleitung ist der Ansprechpartner für Polizei, Justiz, Zentrum Bayern Familie und Soziales, wenn es um Opferhilfe und Opferschutz geht. So hat der WEISSE RING beste Kontakte zur Polizei, zur Justiz, zur Beauftragten der Polizei für Frauen und Kinder und zu den Sachbearbeitern für häusliche Gewalt.
Frau Busl studierte Rechtswissenschaften und arbeitete, nachdem sie nach Coburg kam, von 2017 bis 2019 als Juristin im Landratsamt Hildburghausen im benachbarten Thüringen.

Frau Busl nahm auch gleich ihre erste Amtshandlung vor, indem sie ihren neuen Mitarbeiterinnen deren Ausweise überreichte. Lee Liebscher und Corinna Trier hatten kürzlich ihre Grundausbildung bei vereinsinternen Schulungen abgeschlossen und stehen nun als ehrenamtliche Opferhelferinnen bereit.
In ihrer Antrittsrede dankte Frau Busl allen, die zu dieser Feierstunde beigetragen hatten und bat die Anwesenden um Unterstützung, wenn es zum Wohl der Kriminalitätsopfer erforderlich sein sollte.

v.li.: Frau Busl - Frau Trier - Herr Wittmann - Frau Liebscher


Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt durch die Musiker des Landestheaters Coburg

Fotos und Text: WR /RoHo